Wahrscheinlich kannst du dich auch noch an den Tag erinnern, als ob es gestern gewesen wäre… 

  • Du in der Grundschule 
  • Die eine strenge Klassenlehrerin im Sachkundeunterricht 
  • Das Schälchen, das mit einer Art Watte vor dir steht und die Aufgabe lautet nun, Samen zu säen, zu gießen und zu schauen, was da wohl wächst… 
  • Auf einer Liste musstest du abhaken, ob dein Kressepflänzchen die Entwicklungsstufen vom Samen hin zum erntereifen Kraut laut Arbeitsmaterial vollzogen hat… 

Und es gibt nur 2 Möglichkeiten: Entweder dir war das Grünkraut damals vollkommen egal und du hast die Besprenkelung deinen Eltern überlassen (die mehr Freude an der Aufgabe hatten als du ) oder du bist damals schon tief eingetaucht in das Wunder Natur und hast mit großen Augen jeden Tag dein immer höher gewachsenes Kresse Gemüse gegossen, ungläubig des Wunders, wie aus einem winzigen Samenkorn ein ganzer essbarer Kräuterdschungel entstehen kann…

Welche der beiden Varianten trifft auf dich zu?

Nun gut, wir wollen auch mal die Fraktion nicht aufgeben, denen das Anbauen von Kresse Babygrün damals (noch) keinen Spaß gemacht hat …

… denn für die Leidenschaft für den Anbau von frischem, knackigem Gemüse auf der Fensterbank, das plastikfrei ist, keine Transportwege hinter sich hat und dazu am Nährstoff- und Mineralienhaushalt gemessen jegliches Gemüse aus dem Supermarkt übertrumpft, ist es nie zu spät!

Kresse

Kresse jedenfalls ist der wohl berühmteste aller Microgreens Vertreter. Und von den Kressesorten an sich macht die Gartenkresse als bekannteste Sorte das Rennen. Diese eignet sich auch am besten für den Anbau auf der Fensterbank. Außerdem gibt es noch Kapuzinerkresse, Brunnenkresse und Winterkresse.

Kresse anpflanzen ist kinderleicht; wahrscheinlich ist sie deswegen auch Mikrogrün Favorit (nicht nur) in Deutschlands Grundschulen. Sie kann ganzjährig an hellen Orten wie der Fensterbank angebaut werden.

Dafür, dass sie so wenig anspruchsvoll bezüglich ihres Anbaus ist, ist sie ein regelrechter Nährstoff-Fundus

Sie ist voller sekundärer und bioaktiver Pflanzenstoffe, ätherischer Öle, allen voran Senföle, hat einen hohen Kalziumgehalt, viel Vitamin A und wer hätte es gedacht, einen überaus beachtlichen Vitamin C-Gehalt – auf 100g hat Kresse mehr Vitamin C als Orangen oder sogar Zitronen!

Das Wort Kresse leitet sich übrigens aus dem Altdeutschen ab: “Cresso” bedeutet wörtlich übersetzt “scharf”.

Kresse Mikrogrün – Ein Porträt:

Inhaltsstoffe: Kressegrün beinhaltet die Vitamine A, B1, B2, B3, C, D und E  sowie die Mineralstoffe Eisen, Jod, Kalium, Kalzium, Niacin und Phosphor. Außerdem enthält es weniger Proteine und Kohlenhydrate als andere Sorten, dafür viel ätherisches Senföl (zu ca. 60%).

Positive Eigenschaften: kurbelt den Stoffwechsel an und wirkt aktivierend (zum Beispiel bei Frühjahrsmüdigkeit), natürliches Antibiotikum, blutreinigend, hemmt die Blutgerinnung, senkt den Blutzucker, stärkt unser Immunsystem, hilft beim Entgiften und wirkt desinfizierend

Geschmack: kräftig-erfrischend, leicht scharf und senfartig

Anbau: Als Microgreen (mit Erde) und im Kressesieb (ohne Erde), aber auch auf Watte, Vlies oder Küchenkrepp möglich

Erntezeit: nach 4-7 Tagen

Verwendung roh: im Salat, auf dem Brot, in Gemüse- oder Kartoffelgerichten, im Kräuterquark oder sonstigem Aufstrich, auf dem (veganen) Rührei, in der Suppe, zu Rohkost, in der Frankfurter Grünen Soße oder als Deko deiner Gerichte

Was wichtig bei der Anzucht von Kresse ist (das ist dir vielleicht auch schon in der Grundschule aufgefallen ): Kresse muss regelmäßig mit Wasser besprenkelt werden, da sie sonst schneller als andere Sorten austrocknet. Am liebsten mag sie eine gleichmäßige Befeuchtung; Staunässe sollte vermieden werden.

Einmal erntebereit, hält sich Kresse für ca. 2-3 Tage leicht feucht im Kühlschrank.